Dienstag, 12. April 2011

Hulstentor Nacht

Geliebte Heimat,

Wie viele Tage, Nächte und Wochen sind verstrichen, seitdem ich meine letzten Zeilen zu euch entsandte? Kälte, Dunkelheit, Lärm, Orks und fürchterliches Getier haben mich durch die Minen begleitet. Zazul flatterte aufgeregt umher, als ich Moria den Rücken kehrte und er mich entdeckte. Und es dauerte nur wenige Augenblicke, bis sich auch Jariel wieder an meine Seite gesellte. Noch sind meine Aufzeichnungen für Moria nicht annähernd abgeschlossen. Nur ein kleiner Bruchteil dieser gigantischen Minen fand bisher den Weg in meine Schriften. Dennoch musste ich hinaus. Die Sonne auf der Haut spüren. Den Mond und die Sterne betrachten. Stille erleben. 

Ich konnte das Volk der Zwerge näher kennen lernen und das Bild, welches sich in mir formte ist vielfältig. 

Bevor ich meine Reise in den Minen fortsetze werde ich jedoch nach Bree zurückkehren, denn dort gibt es einiges was besprochen werden sollte. So befindet sich seit kurzem ein Zwerg in den Reihen Sonnenwinds, welcher sich als ausgesprochen aufdringlich zeigt. Und auch ein Halbling wagte es einen mir treuen Begleiter für Silber zu veräußern. Dies gab den Ausschlag eine Pause einzulegen. Denn dies gehört geklärt. Mir ist durchaus bewusst, dass es Gang und Gebe sein mag, Tiere zu veräußern. Doch solange diese mein Vertrauen und meine Freundschaft genießen, werde ich es nicht ohne ein Wort stehen lassen.

Viele Dinge musste ich seit unserem letzten Austausch erfahren und ich kehre immer tiefer in mich selbst zurück. Bleibe für mich. Bei mir. Vertrauen wird missbraucht. Loyalität scheint kaum mehr etwas wert. Verständnis sucht man oft vergebens. Das Zeitalter der Menschen sei angebrochen, so sagt man. Doch wohin wird sie diese Zeit führen, wenn sie es nicht schaffen in eine Richtung zu sehen? Die Hoffnung, dass es gelingen mag ist klein. Und nun verstehe ich die Worte von Dir geliebter Vater, die Du sprachst bevor ich aufbrach. Ich konnte es damals nur noch nicht erkennen. Nun kann ich sie ebenso wiedergeben.

Auch wenn diese Zeilen anderes anmuten würden, möchte ich euch allen mitteilen, dass es mir gut geht. Ich bin wohlbehalten und auch wenn ich meine Waffe öfter einsetzen muss, je weiter ich reise trug ich keine schweren Verletzungen davon. Weder an meiner Seele noch an meinem Körper. 

So sende ich euch allen, und besonders Dir Tirbarion, eine Umarmung in die Heimat. Ich freue mich bald Zeilen von euch in den Händen zu halten.

Damaria